Alicja Kwade (D) *1979, lebt und arbeitet in Berlin.

In ihren Installationen, Fotografien, Objekten, Papier- und Videoarbeiten behandelt Alicja Kwade die Themen Licht und Zeit in ihrer physikalischen und philosophischen Dimension. Oft werden gefundene Gegenstände (z. B. Uhr) handwerklich bearbeitet und um eine für den Rezipienten bisher unbekannte Funktion und materielle Erfahrung erweitert. Erst die genaue Betrachtung ihrer Werke erlaubt, die von der Künstlerin gelegten Spuren zu deuten, welche auf ein Ereignis oder eine Person verweisen können, während andere Werke bewusst ins Leere laufen. So stellt Kwade Sichtbares und Unsichtbares, Fiktion und Wirklichkeit in von ihr arrangierten Alltagssituationen und Lebensräumen gegenüber, die häufig an ein klassisches Stilllebenmotiv erinnern. Sowohl die Videoarbeit Junge Sterne rauchen (2007) als auch No Light Left - die Erschließung der 1.2.3. Dimension (2007) zeigen auf eine jeweils unterschiedliche Art und Weise eine metaphorische Interpretation der Charakterisierung von Erwartungen als Kreatoren zwischen Zeit und Sinn. Dabei setzt Kwade gekonnt das Mittel der Zeitraffer und auf das situative Moment der ܜberraschung. Sich selbst als Medium von Erwartungen zu begreifen und kennen zu lernen, kann selbst eine Erwartung sein, die erst durch Kunst artikuliert wird. Erwartungen haben hier keine konkrete Form, aber sie beanspruchen Weisen ihrer Selbstartikulation.

Alicja Kwade

1979 geboren in Kattowitz, Polen
1999-2005 Universität der Künste, Berlin, Prof. Dieter Hacker, Prof. Christiane Möbus
2005 Meisterschülerabschluss bei Prof. Christiane Möbus

Einzelausstellungen (Auswahl): Ausstellung anlässlich des Piepenbrock- Förderpreises für Skulptur, Werkraum 25/Hamburger Bahnhof, Berlin (2008); Junge Sterne Rauchen, Galerie Lena Brüning, Berlin (2007); Maryon Park, Galerie Kugler, Innsbruck (2006); B-IF 134, gemeinsam mit Gregor Hildebrandt, UBERBAU, Düsseldorf (2006); Daily Planet, Galerie Lena Brüning, Berlin (2006); Andernfalls ist es nur eine Schwingung des Ąthers, gemeinsam mit Anja Schwörer Glue, Berlin (2005).

Gruppenausstellungen (Auswahl): rauf runter rüber unten durch, White Space, Zürich (2007); La Boum 3, Rowley Kennerk Gallery, Chicago (2007); Kunstpreis Junger Westen für Skulptur, Kunsthalle Recklinghausen (2007); WG im Malkasten Malkasten, Düsseldorf (2007); Nightcomers, 10. Istanbul Biennale, Istanbul (2007); Niveaualarm, Kunstraum Innsbruck (2007); MMVI, Galerie Meyer-Riegger, Karlsruhe (2007); Justice for Spirit, Flaca, London (2006); Kn'-yan, Galerie Christine Mayer, München (2006); Lichtwerke aus der Sammlung, MUMOK, Wien (2006); Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus, Bundeskunsthalle, Bonn (2005).

Auszeichnungen: Piepenbrock Förderpreis für Skulptur (2008); Kunstpreis Junger Westen 2007 der Stadt Recklinghausen (2. Preis, 2007); IBB Förderpreis für Fotografie (2007); DAAD Postgraduiertenstipendium für Warschau (2006-2007).

www.alicjakwade.com