Benedikt Hipp (D) *1977, lebt und arbeitet in München.

Die Malerei und Tusche-Zeichnungen von Benedikt Hipp vereinen figurative und ornamentale Elemente vor einem meist dunklen Hintergrund, der als solcher offen bleibt und keinen spezifischen Raum definiert. In seiner Malerei erscheinen Subjekte und Objekte oft als singuläre, introspektive Einheit, abstrakte und gegenständliche Elemente sind ineinander verzahnt. Neben den Figuren, die stets als „Einzelne“ auftreten, gibt es eine Reihe von Ortsbeschreibungen die keinen Ort darstellen, sondern das „an einem Ort sein“ und „sich um einen Ort kümmern“ beschreiben. Auch Häuser, Zelte und modellhafte, fabrikartige Schreine beleben jene Orte. Die Kunst wird bei Hipp als ein Gründen, Bebauen und Bewohnen und als eine bildliche/visuelle Synthese von Wissen und Erfahrung definiert. Die Erwartung als Thema taucht eher als eine Ahnung oder Prophezeiung auf. Die hier ausgestellten Tusche-Zeichnungen fangen insbesondere Momente des Unvorhersagbaren ein: Der richtige Ort (2007) zeigt eine fragmentarische Landschaft mit Elementen, die sich nicht eindeutig bezeichnen lassen. Erfassung des Ist-Zustandes (2007) kann als eine metaphorische Veranschaulichung, eine Vermessung oder Analyse mit der Erwartung gelesen werden - gerade weil es sich um ein Bild mit ungegenständlichen Elementen handelt – ein schwebender Kubus, ein schwarzes Quadrat, eine Art Spot. Sammlung (2007) zeigt einen Ausschnitt einer bis ins unendlich möglichen Reihung von Dreiecken in verschiedenen dunklen Farben, gleich einem obsessiven Verlangen nach Vervollkommnung dieser. In Die Öffnung (2007) zeigt die Kuppel eines Zeltes und verbildlicht damit den Aspekt der des Visionären als Bestandteil der Erwartung. Als eine Allegorie der Erwartung könnte die Arbeit Strahlenkranz (2007) verstanden werden, die eine Figur mit einem Schild auf dem Rücken zeigt.

Benedikt Hipp

1977 geboren in München, Deutschland
2000-2002 Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
2003-2004 Accademia di Belle Arti di Bologna
2002-2007 Akademie der Bildenden Künste München, Prof. Sean Scully

Einzelausstellungen (Auswahl): LEIHHAUS, Galerie Iris Kadel, Karlsruhe (2007); Außer Sicht, Galerie Hermeyer, München (2004).

Gruppenausstellungen (Auswahl): Legend Departmental, Domain Charmande, Frankreich (2008); Das Morphologische Feld, Offspace Westend, München (2007); Klasse Scully, Kunsthalle White Box, München (2007); Vor Augen-Außer Sicht: Unschuld ist kein Jäger, Akademie Galerie, München (2007); Kunststudentinnen und Kunststudenten stellen aus, Bundeskunsthalle, Bonn (2007); Figuration II, Galerie Hermeyer, München (2006); Gagosian Gallery in der pension banane, München (2005); o.T. (Love), Offspace Edlingerstraße, München (2004); Schule der Malerei Galerie der Hochschule Bildende Künste, Dresden (2004).

Auszeichnungen: Atelierförderstipendium des Bayrischen Staates, München (2008); Kulturförderpreis der Stadt Pfaffenhofen (2005); Oberbayerischer Förderpreis für Nachwuchskünstler – Malerei (2004).