Florencia Colombo (AR) *1977, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Florencia Colombo nimmt in ihren Arbeiten das Thema der Ikonografie und der Funktionsweise von Bildern auf, um ihr eigenes Werk im Kontext von Präsentation und Interpretation neu zu lesen. Sie eignet sich weit verbreitete Bilder aus der Kunstgeschichte oder populäre Filme an, überarbeitet diese digital und setzt sie in einen neuen Dialog mit der jeweiligen Ausstellungssituation. So auch in der Arbeit Face of our time (2008), die eine Auswahl an Ikonen aus der Fotokunst zeigt und reinterpretiert. Die Fotografien, die sich durch Masse und Technik unterscheiden, zeigen durchwegs Orte im öffentlichen und privaten Raum wie z. B. eine Strasse oder ein Schlafzimmer. Bei der näheren Betrachtung ist eine sonderbare Leere und Abwesenheit im jeweiligen Bildraum spürbar. Es ist die Abwesenheit, der im Original abgebildeten Person in einer sozialen Rolle, die von der Künstlerin digital entfernt worden ist. Indem Colombo die Originaltitel der Arbeiten zitiert, eröffnet sie uns eine zusätzliche narrative Ebene. Mit dieser Arbeit thematisiert die Künstlerin einerseits das Phänomen der kunstimmanenten Erwartung als funktionale Konstante innerhalb der Kunstproduktion und -rezeption – das Bild zeigt das Bild selbst als Abwesendes. Andererseits lotet Colombo auf diese Weise die verschiedenen Ebenen einer Übersetzung, Transformation und Rückführbarkeit ihrer eigenen Werke aus.
Florencia Colombo
1977 geboren in Godoy Cruz, Mendoza, Argentinien
1995-2001 School of Architecture, University of Buenos Aires
Seit 2005 Städelschule, Frankfurt am Main, Prof. Tobias Rehberger
Gruppenausstellungen (Auswahl): Ben van Berkel & The theater of immanence, Portikus, Frankfurt am Main (2007); almost, glue, Berlin (2007); Förderpreis für Junge Kunst Saar Ferngas, Saarbrücken (2006); portikus moves Portikus, Frankfurt am Main (2006), Electric Ladyland Umformwerk, Berlin (2005), (linear) substance, Dialogmuseum, Frankfurt am Main (2005/06); bienal de arte contemporaneo de bahia blanca, Museum of contemporary art, bahia blanca, Argentinien (2005); copy your idol, Kunsthalle Pankow, Berlin (2005); La coleccion de fotografia contemporanea argentina, Museum of Modern Art, Buenos Aires (2004); cartas, Alberto Sendros Gallery, Buenos Aires (2004); territorios ocupados, Fundacion Telefonica, Buenos Aires (2004); retratos y autorretratos, Museo de arte contemporaneo latinoamericano, La Plata, Argentinien (2004); arquitectura emergente, Bienal iberoamericana de arquitectura, Lima (2004); curriculum o, Ruth Benzacar Gallery, Buenos Aires (2002).