Sebastian Wickeroth (D) *1977, lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Die Objekte, Skulpturen und raumbezogenen Installationen von Sebastian Wickeroth wirken auf den ersten Blick brachial und perfekt gemacht. Dabei glänzt die monochrome Oberfläche in reinen Farben so verführerisch, dass man sich selbst umrisshaft sehen kann. Das Formvokabular ist streng und variiert größtenteils zwischen Kuben, rechteckigen Flächen und hängenden Wandelementen. Doch die Brachialität wird nicht allein durch die Größe des Objektes erzeugt, sondern durch die bewusste „Zerstörung“ der Form durch den Künstler. Die Wände und Objekte aus Holz und Gipsplatten sind zerbrochen, aufgeschlagen und geknickt. Die vermeintliche „Zerstörung“ ist nach Wickeroth ein ganz bewusst erzeugter Teil der Form und erweitert diese im bildhauerischen Sinne sogar. Im Grunde ist das Wort „Zerstörung“ auch nicht zutreffend, sondern irreführend – man sollte eher von einer „De-Formation“ sprechen. Die bekannte, für uns harmonisch wirkende Form, wird durch den bildhauerischen Eingriff um eine narrative Dimension ergänzt, die den Umgang mit Form und Materialität in der Bildhauerei neu auslotet. Mit diesem skulpturalen Eingriff suggeriert Wickeroth ein scheinbar stattgefundenes Ereignis, welches den Betrachter auf den ersten Blick auf eine unmittelbare Art und Weise anspricht. Inhaltlich befasst sich Wickeroth in seinen Arbeiten mit dem Aspekt der Erwartungen in der Kunstproduktion und -rezeption. Für die Ausstellung wird eigens eine raumbezogene Installation entstehen, die das Thema der Ausstellung auf ihre eigene Art und Weise interpretieren wird.
Sebastian Wickeroth
1977 geboren in Issum
2001-2007 Kunstakademie Münster, Ecole supérieure des beaux-arts de Geneve, Kunstakademie Düsseldorf
2007 Meisterschülerabschluss bei Prof. Hubert Kiecol
Gruppenausstellungen (Auswahl): fragile, H29, Brüssel (2008); würdest du endlich still sein, bitte, mit Erika Hock, Dina4 Projekte, München (2008); Kunstpreis Junger Westen für Skulptur, Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen (2007); Apropos, Galerie Claudia Delank, Köln (2007); Das Gesetz der guten Gestalt, Kunstklub Berlin, Berlin (2007); form fucks function, Konsortium, Düsseldorf (2007); thick out, KIK, Düsseldorf (2007); Stahl im Sturm, glue, Berlin (2007); Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München (2007); contemporary zoomansicht, Meisterhaus 1, Düsseldorf (2006); Akademieausstellung, Kunstforum, Oberkassel/Düsseldorf (2006); Wir waren mal Freunde gewesen, Gloriahalle, Düsseldorf (2006); Das letzte Wort der Kunst, Kunsthalle Düsseldorf, Düsseldorf (2006); exile on cottage street, Temporary, Düsseldorf (2006).
Auszeichnungen: Haus der Kunst-Preis, München (2007); Ida Gerhardi Förderpreis, Städtische Galerie Lüdenscheid, Lüdenscheid (2007).